336 S., geb. SU, 15 x 23 cm.
Verfügbar ab:
03.01.2011
EAN: 9783406471889
Artikelnummer: 12415
Nicht zum ersten Mal ist das beredte Umschweigen des Holocaust in der deutschen Nachkriegsgesellschaft Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung. Während die DDR die Nichtbeschäftigung mit dem Thema quasi zum staatlich-ideologischen Programm machte, waren es in Deutschland-West vielfältige Gründe, die zum unbewussten, zuweilen auch zum bewussten Verschweigen dieses unfassbaren Faktums deutscher Geschichte führten.Ernestine Schlant, Professorin für deutsche und vergleichende Literaturwissenschaft, greift diesen Aspekt anhand der deutschen Nachkriegsliteratur auf. "Sprache", so die Autorin, "wird zur Hülle und Verhüllung eines Schweigens, das nur durch Worte vernehmbar wird." Sie zeigt dabei sehr eindringlich, dass es unterschiedliche Gründe waren, die zur "Schere im Kopf" der Autoren führten. Konzentrierte sich die so genannte Trümmerliteratur eines Heinrich Böll oder eines Wolfgang Koeppen vor allem auf den katastrophalen Zustand der deutschen Gesellschaft nach Kriegsende sowie auf die erste Kritik an der "Adenauer-Restauration", ...